Rathaus Oberhausen

80 Jahre Pogrom-Nacht

Bild: 		Sie stellten das Programm vor, v.li.: Kreiskantor Konrad Paul, Matthias Ruschke (VHS), Lev Schwarzmann (Vorsitzender Liberale Jüdische Gemeinde Ruhrgebiet
Sie stellten das Programm vor, v.li.: Kreiskantor Konrad Paul, Matthias Ruschke (VHS), Lev Schwarzmann (Vorsitzender Liberale Jüdische Gemeinde Ruhrgebiet "Perusch"), Desbina Kallinikidou (Stadt), Beigeordneter Apostolos Tsalastras und Bereichsleiter Volker Buchloh. (Foto: Stadt Oberhausen)

Am 9. November 2018 jährt sich zum 80. Mal die Reichspogromnacht von 1938. Mit einer Reihe von Veranstaltungen soll der Opfer gedacht, aber auch darüber nachgedacht werden, wie Diskriminierung und Ausgrenzung verhindert und ein friedliches Miteinander aller Menschen ermöglicht werden können.

Gedenken, Information, Dialog
Damals, am 9. November 1938, brannten in Oberhausen wie in ganz Deutschland Synagogen, Gebetsräume und jüdische Versammlungsstätten. Gemeinsam mit vielen anderen Institutionen hat die Stadt Oberhausen ein Programm erarbeitet, das Veranstaltungen zum Gedenken, zur Information und zum Dialog enthält. „Angesichts der aktuellen Geschehnisse in Deutschland ist es wichtig, dieses Ereignis wieder stärker ins Bewusstsein zu heben“, erklärt Kulturdezernent Apostolos Tsalastras. „Die grauenvolle Zeit von damals ist ein ganz schlimmes Beispiel dafür, wie sich Gesellschaft nicht verändern sollte.“

Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe wurden am 9. November 1938 zerstört, jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger wurden ermordet, misshandelt, oder in den Suizid getrieben. In den folgenden Tagen wurden 30.000 Juden in Konzentrationslager verschleppt. Die Reichspogromnacht markiert den Übergang der nationalsozialistischen Politik von der Diskriminierung und Ausgrenzung der Juden hin zu ihrer systematischen Verfolgung und Ermordung.

80 Jahre nach diesen fürchterlichen Ereignissen ist der 9. November immer noch ein wichtiger Tag des Gedenkens an die Opfer. Er gibt aber auch Anlass, gemeinsam darüber nachzudenken, wie Diskriminierung, Ausgrenzung und Verfolgung von Menschen entgegenzutreten ist und wie eine Gesellschaft für den Dialog, die Verständigung und ein friedliches Miteinander einstehen kann.

Das Programm:

Montag, 29. Oktober 2018
18:00 - 20:00 Uhr
„Die Jüdischen Friedhöfe in Oberhausen“
Vortrag von Nathanja Hüttenmeister
VHS, Bert-Brecht-Haus, Raum 330a Langemarkstraße 19-21

Mittwoch, 07. November 2018
18:00 Uhr
„Verkauft, verjagt, vergessen – die Arisierung der Marktstraße“
Ein Film von Nobert Tillmann und Volker Köster
Mit einer Einführung durch die Filmemacher
und einem anschließenden Gespräch
Kino im Walzenlager, Hansastraße 20
Eintritt frei!

Donnerstag, 08. November 2018
18:00 Uhr
Gedenkveranstaltung der Stadt Oberhausen
an der ehemaligen Synagoge, Friedensstraße 24

Freitag, 09. November 2018
Dialogtische des Netzwerks für Interkulturelles Lernen (NIL) zum Thema „VERBINDEN“
Die Dialogtische sind eine besondere Veranstaltungsform, bei der Mitglieder des Netzwerks Interkulturelles Lernen Oberhausener*innen zum gegenseitigen Kennenlernen und zum Austausch über das Thema „Verbinden“ an einen Tisch bringen. So entstehen neue Kontakte, Allianzen, Freundschaften und Ideen für eine zukünftige gegenseitige Unterstützung und Zusammenarbeit in Oberhausen.
Möchten Sie Gast an einem Dialogtisch sein? Schreiben Sie eine Mail an desbina.kallinikidou@oberhausen.de oder rufen Sie an unter Tel.: 0208 825-2708.
10:00 - 12:00 Uhr
Arbeit und Leben DGB/VHS
Treffpunkt: Bert-Brecht-Haus, 3. Etage, Raum 326, Langemarkstraße 19-21
Gastgeberin: Barbara Kröger
10:00 - 12:00 Uhr
Friedensdorf Bildungswerk,
Treffpunkt: Friedensdorf Begegnungsstätte, Rua Hiroshima 1
Gastgeberin: Alexandra Blaumann
10:00 - 12:00 Uhr
Ruhrwerkstatt
AK 103, Akazienstraße 103
Gastgeber: Ralf Langnese
10:00 - 12:00 Uhr
ZIB Bildungsoffensive
Styrumer Straße 41
Gastgeberin: Serap Taniş
14:00 - 16:00 Uhr
Büro für Interkultur
Treffpunkt: Weinlounge Le Baron, Marktstraße 146
Gastgeberin: Desbina Kallinikidou
15:00 - 17:00 Uhr
VHS Oberhausen
Treffpunkt: Bert-Brecht-Haus, 3. Etage, Raum 329, Langemarkstraße 19-21
Gastgeber: Matthias Ruschke

Freitag, 09. November 2018
16:00 Uhr
Shabbatfeier in der Liberalen Jüdischen Gemeinde Perusch
Anmeldung unter Tel.: 0208 937 5229 oder 0176 61576566 oder per Mail an kontakt@perusch.de
17:30 Uhr
Gottesdienst zum Gedenken an 80 Jahre Pogromnacht
mit Pfr. Ilona Schmitz-Jeromin und Beteiligung des Theaters Oberhausen
in der Christuskirche (Nohlstraße 7), anschließend Schweigegang zum Theater
19:30 Uhr
Vorstellung „Das siebte Kreuz“
von Anna Seghers, Regie Lars-Ole Walburg
Theater Oberhausen, Will-Quadflieg-Platz 1,
Karten unter Tel.: 0208 857-8180 oder per Mail: besucherbuero@theater-oberhausen.de

Samstag, 10. November 2018
18:00 Uhr
„Havdala“ - Zeremonie zum Ende des Shabbat und Namenslesung der 192 jüdischen Opfer aus Oberhausen
mit Rabbinerin Natalia Verzbovska in den Räumen der Liberalen Jüdischen Gemeinde „Perusch“
mit musikalischer Begleitung durch den Chor „Rina“, Markus Kaiser (Gitarre) und Volker Buchloh (Klarinette).
Anmeldung unter Tel.: 0208 937 5229 oder 0176 61576566 oder per Mail: kontakt@perusch.de