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Abwasserkanal Emscher: letztes Kanalrohr verlegt

Bild: Die hochliegende Trasse des AKE ist hier bestens zu erkennen. (Foto: Rupert Oberhäuser/EGLV)
Die hochliegende Trasse des AKE ist hier bestens zu erkennen. (Foto: Rupert Oberhäuser/EGLV)

Mit der Verlegung des letzten Kanalrohrs in Oberhausen hat die Emschergenossenschaft einen weiteren wichtigen Meilenstein im Rahmen des Emscher-Umbaus gesetzt. Damit liegen auf der Gesamtlänge von 51 Kilometer alle Rohrelemente zwischen dem Dortmunder Nordwesten und Dinslaken. Der Abwasserkanal Emscher (AKE) ist die Voraussetzung für die Abwasserfreiheit in der Emscher und für den naturnahen Umbau der Gewässer.

 Der erste Spatenstich für den Abwasserkanal Emscher wurde vor fast zehn Jahren am 11. September 2009 gesetzt. Der AKE ist 51 Kilometer lang und reicht von Dortmund-Deusen bis Dinslaken. Aufgrund seines Gefälles von 1,5 Promille benötigt er auf dem Weg in Richtung Westen drei Pumpwerke (Gelsenkirchen, Bottrop und Oberhausen), damit das Abwasser in Dinslaken nicht in 75 Metern Tiefe ankommt – was zu tief zum Pumpen wäre.

Baufortschritt
So erreicht der AKE nun maximale Tiefenlagen von rund 40 Metern. Die unterirdischen Vortriebsarbeiten – immerhin auf einer Länge von 48 Kilometern – konnte die Emschergenossenschaft bereits im Juni 2017 fertigstellen. Den 35 Kilometer langen Abschnitt des Kanals von Dortmund über Castrop-Rauxel, Recklinghausen, Herne, Herten, Gelsenkirchen und Essen bis Bottrop nahm die Emschergenossenschaft ab September 2018 schrittweise bereits in Betrieb – inklusive der ebenfalls fertigen Pumpwerke Gelsenkirchen und Bottrop.

Der AKE westlich der Kläranlage Bottrop kann dagegen erst später in Betrieb genommen werden, da die Emschergenossenschaft aktuell noch mit Hochdruck am dritten Pumpwerk in Oberhausen arbeitet. Diese Anlage ist der finale Baustein des AKE-Systems. An dessen letzten 3,2 Kilometern hat die Emschergenossenschaft ebenfalls mit Hochdruck gearbeitet. Anders als der Abschnitt zwischen Dortmund und Oberhausen-Biefang, der im unterirdischen Verfahren verlegt wurde, setzten die Flussmanager die 3200 Meter Kanal zwischen der Baustelle des Pumpwerks Oberhausen und der Kläranlage Emscher-Mündung in Dinslaken in offener Bauweise ein.

Wie es nun weitergeht
Die Einleitstelle des Abwassers in den AKE entsteht nun im Rahmen des Baus des Pumpwerks Oberhausen. Das Pumpwerk selbst soll Mitte 2021 fertig sein. Die Inbetriebnahme des Gesamtsystems plant die Emschergenossenschaft aktuell für Ende 2021.

Der zuletzt verlegte AKE-Kanalabschnitt wird bis dahin bereits längst unter dem neu entstehenden Emscher-Deich „verschwunden“ sein. Dieser wird deutlich südwestlicher liegen als der aktuelle Deich und künftig die neue Begrenzung der ebenfalls neu entstehenden Emscher-Auenlandschaft im Holtener Bruch bilden. Das Areal wird damit zu einem echten ökologischen Schwerpunkt im Rahmen des Emscher-Umbaus – denn hier hat die Emschergenossenschaft den Platz, um die Emscher aus ihrem schnurgeraden Bett herauszuholen und in eine neue kurvenreichere und naturnähere Trasse zu legen.

„In diesem Bereich wird der Emscher-Umbau seinen städtebaulichen Charakter unter Beweis stellen. Für die bislang an der offenen Köttelbecke liegenden Oberhausener Stadtteile geht damit eine erhebliche Verbesserung der Lebens- und Aufenthaltsqualität einher“, betont Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft.

Die Emschergenossenschaft
Die Emschergenossenschaft ist ein öffentlich-rechtliches Wasserwirtschaftsunternehmen, das Aufgaben für das Gemeinwohl mit modernen Managementmethoden nachhaltig erbringt und als Leitidee des eigenen Handelns das Genossenschaftsprinzip lebt. Sie wurde 1899 als erste Organisation dieser Art in Deutschland gegründet und kümmert sich seitdem unter anderem um die Unterhaltung der Emscher, um die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie um den Hochwasserschutz.

Seit 1992 plant und setzt die Emschergenossenschaft in enger Abstimmung mit den Emscher-Kommunen das Generationenprojekt Emscher-Umbau um, in das über einen Zeitraum von rund 30 Jahren prognostizierte 5,38 Milliarden Euro investiert werden.

► Nähere Informationen auf www.eglv.de.